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Anmerkungen zu dieser Sorte

Ist der Grüne Veltliner tatsächlich so etwas so Außergewöhnliches und eine Rarität? Und wurde erst dadurch zum Besonderen? In den Ampelographien, also der Sortenkunde, wie zum Beispiel von den Gebrüdern Goethe – wo ein Goethe der Leiter des Deutschsprachigen K.u.K. Weinbaues war, der andere der Leiter des Deutschen Weinbaues in Geisenheim (bezahlt vom Deutschen Kaiser, sowie vom Österreichischem Erzhaus). Es findet sich eine Unzahl von Sorten, aber kein Grüner Veltliner, auch nicht unter dem früher gebräuchlichen Namen grüner Muskateller. Auch in den anderen Sortenwerken findet sich vieles, aber nie der Grüne Veltliner (Grüne Muskateller).

Allerdings in der Literatur Ungarns in dieser Zeit um 1850, findet sich der „Zoeld Muskotaly“, „Zoeld Muskotalynak“, „Zoeld Veltelini“… Im ehemaligen Deutsch-Westungarn hat sich über 400 Jahre ein Weinstock erhalten, der eindeutig den Grünen Veltliner als Vater hat. Wie auch immer, er ist eine autochthone Sorte Österreichs – allerdings nur wenn man die Welt aus Sicht der K.u.k. Zeit betrachtet. Der Erfolg des Grünen Veltliners ist Lenz Moser und seiner einzigartigen Kultivierungs form zu verdanken – diese Sorte hatte genug Wuchs und Kraft für das Ziel 15 bis 20 000 Kg pro Hektar zu erreichen (bis 1970 war Österreich ein Weinimportland und das Ziel der Forschung ausschließlich auf Masse gelegt um Devisen zu sparen – Mössmer Klon als Beispiel). Allerdings, nicht weit Weg von Rohrendorf liegt das Kremstal mit den schwierigsten Lagen Österreichs: klein, zerstückelt. Es war in den Händen des hohen Klerus, siehe Propsteiweingut Krems, was bis in die 90iger Jahre Bestand hatte. In diesen Lagen gab es den Grünen Muskateller – wo einer der bekanntesten Weinfachleute aus der Sicht der Schulen und Wissenschaft, Dipl. Ing. Wolf immer erzählte von dem Grünen Veltliner, der zum Niederknien war. Vor über 40 Jahren konnte der Autor im Weingut Aschauer noch so einen Uraltgrünen Veltliner von der Stockkultur kosten – es war etwas ganz anderes als wir heute meinen, vom Pfefferl, Stinkerl usw.

Nehmen wir die Beschreibung der ÖWM her:

Herkunft: Österreich, Niederösterreich,Burgenland. (Von Niederösterreich kann keine Rede sein ist durch nichts bewiesen, in Ungarn belegbar )

Abstammung: Natürliche Kreuzung von Traminer x St. Georgen

Die zweite Elternsorte wurde in St. Georgen im Burgenland gefunden. Diese Rebsorte wurde nach dem Fundort benannt, da sie nach gentechnischen Untersuchungen keiner bekannten Rebsorte zuzuordnen war. Der Grüne Veltliner ist nicht verwandt mit dem Roten und Frühroten Veltliner.

Anbaufläche: 13.518 ha, 29,4%

Der Grüne Veltliner ist die wichtigste autochthone Rebsorte in Österreich. Die stärkste Verbreitung hat die Sorte in den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit der Einführung der Hochkultur nach Lenz Moser erfahren. Die größten Anbauflächen befinden sich in Niederösterreich und dem nördlichen Burgenland. Vinifiziert als herkunftstypischer DAC-Wein hat Grüner Veltliner eine bedeutende Stellung in mehreren Weinbaugebieten. Die Anbaufläche hat im Zeitraum von 1999 bis 2009 um 22 % abgenommen, dominiert aber noch immer die österreichische Weinbaufläche.

Wichtige ampelografische Merkmale:

Blatt: mittelgroß fünfeckig bis kreisförmig, fünf- bis siebenlappig, tief gelappt, Unterseite mittelstark behaart. Typisch ist die starke weißwollige Behaarung der Triebspitze, wovon sich das Synonym Weißgipfler ableitet.

Traube: mittel bis sehr groß, mitteldicht, kegelförmig, geschultert, mit großen rundlichen bis ovalen Beeren mit grüngelber bis fuchsiggelber Färbung auf der Sonnenseite

Reifezeit: mittel

Bedeutung, Ansprüche: Grüner Veltliner ist die mit Abstand wichtigste Weißweinsorte in Österreich und hat gegen Ende des vorigen Jahrhunderts weltweit Bekanntheit und Beliebtheit erlangt. Die Sorte ist fruchtbar und bedarf daher einer Ertragsregulierung, gedeiht besonders gut auf tiefgründigen Lössböden, verträgt Trockenheit nicht gut, ist empfindlich in der Blüte, anfällig für Peronospora, Roter Brenner und Chlorose.

Wein: Grüner Veltliner erbringt vom leichten, säurebetonten Wein bis zum hochreifen Prädikatswein alle Qualitätsstufen. Die Lage und Ertragsmenge ist sehr entscheidend für die Qualität. Erwünscht sind würzige, pfeffrige Weine oder Fruchtnoten von Steinobst.

So sieht es die ÖWM – in der Genesis, der Literatur durch Jahrhunderte steht allerdings der nicht verwandte Rote Veltliner als bekannter Veltliner weit darüber. Siehe auch die Ampelographie der Alten Welt, die dies belegt.

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